Initiativ

Fit im Job durch ergonomisches Arbeiten

Verspannte Schultern, Rückenbeschwerden, Kniebeschwerden, schmerzende und kribbelnde Finger: Für viele Reinigungskräfte gehört das einfach zum Job dazu. Vor allem, wenn man die Einstellung hat „nicht kleckern, sondern klotzen“ macht man weiter, auch wenn’s wehtut. Dann ist krankheitsbedingter Ausfall (manchmal sogar über einen längeren Zeitraum) früher oder später unausweichlich. Ein Großteil dieser Leiden kann verhindert werden, wenn man ergonomischer arbeitet. Aus diesem Grund wendete sich die deutsche HCS Facility Management (Teil der Servico Holding) an das Institut für ganzheitliches Gebäudemanagement (IFGM), um gemeinsam den Kurs „Fit im Job – Ergonomie in der Gebäudereinigung“ ins Leben zu rufen.

HCS Ergonomie

Es muss ein netter Anblick gewesen sein: vierzehn Reinigungskräfte der HCS Facility Management in Sportkleidung, die, bewaffnet mit einem Bodenwischer, syncron dieselben Bewegungen ausführen. Im Sportraum der Pflegewohnanlage der DKV-Residenz in Münster (dem festen Arbeitsplatz des HCS-Teams) sollten acht Wochen lang die richtigen Bewegungsabläufe bei körperlichen Reinigungstätigkeiten trainiert werden. Einmal wöchentlich von 13.00 bis 14.10 Uhr – dem Zeitpunkt, an dem die Spätschicht die Frühschicht ablöst – stand der Präventionskurs „Fit im Job“ im Arbeitsplan der Reinigungskräfte.

Fitter und leistungsfähiger
Der Kurs wurde von Christian Talaga, einem Physiotherapeuten des Instituts für ganzheitliches Gebäudemanagement (IFGM) und Rückenschultrainer der BG Bau, durchgeführt. Die HCS wendete sich an die IFGM, als sich der Kurs noch in der Entwicklung befand. Die vierzehn Reinigungskräfte der großzügigen Pflegewohnanlage zählten im Frühjahr zu den ersten, die an dem von den Krankenkassen zertifizieren Pilot-Projekt teilnahmen.

Ergonomie
Jedes Training beginnt mit einigen Entspannungsübungen. Unter Aufsicht des Physiotherapeuten dehnen und strecken die Teilnehmer anschließend die Muskeln, die sie bei der Arbeit am meisten beanspruchen. Während des Kurses besteht auch Spielraum für Anpassungen je nach individueller Problemlage. Ein schwacher Rücken? Dafür wird dann ergänzende Unterweisung und Orientierungshilfe angeboten. Und da auch das Equipment für die Reinigungskräfte ergonomisch ausgerichtet sein muss, investiert die HCS auch massiv in ergonomisch gestaltete Ausrüstung, wie etwa Staubsauger mit Teleskoprohren und Griffen mit drehbarem Kugelkopf, um das Handgelenk zu schonen. Während des Kurses werden dann sämtliche Fragen wie „Welche Haltung ist richtig bei einer gewissen Reinigungstätigkeit?“ und „Wie verwendet man bestimmte Reinigungsgeräte auf ergonomisch korrekte Weise?“ beantwortet. 

Motivation
Am Ende des Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat und eine Trainingsübersicht mit allen ausführlich beschriebenen Übungen. Aber das ist noch nicht alles: Es ist wichtig, dass die Reinigungskräfte die Übungen mit ihren täglichen Tätigkeiten verbinden. Bewusstseinsbildung ist hier das Schlüsselwort: Wenn man beispielsweise merkt, dass einem die Schulter weniger zu schaffen macht, wenn man eine bestimmte Übung regelmäßig ausführt, bleibt man motiviert und es wird einem bewusst, dass man selbst etwas für seine Gesundheit und Vitalität tun kann. Und auch der Vorgesetzte spielt eine wesentliche Rolle. Objektleiter sollen auf die korrekte Umsetzung der Ergonomie-Tipps achten und gegebenenfalls auf die richtigen Bewegungsaufläufe im Alltag hinweisen.

HCS bietet den Kurs für Reinigungskräfte mittlerweile auch in anderen Objekten und bei anderen Kunden an. So kann es passieren, dass Sie irgendwo in einem Gebäude in Deutschland einen Raum betreten und eine Gruppe von Reinigungskräften sehen, die eine geheimnisvolle Choreographie mit Bodenwischer darbieten.

Unsere SDGs

SDG 3: Good health and wellbeing SDG 8: Decent work and economic growth

Annette Sund

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