Initiativ

Praktikum für schwer erreichbare Jugendliche

Jeder hat ein Talent. Was aber, wenn man nicht die Chance hat, dieses Talent auch zu entdecken und zu entwickeln, weil es einem einfach an einigen grundlegenden Arbeitnehmer- und Sozialkompetenzen mangelt? Axent Groen hat ein Praktikum für Jugendliche eingerichtet, die ein Sprungbrett benötigen, um tatsächlich in den Arbeitsprozess einsteigen zu können.

Axent Op Talent In Praktijk

Es gibt zahlreiche Praktika auf dem Arbeitsmarkt, nur nicht für schwer erreichbare Zielgruppen. Während gerade diese Jugendlichen Gefahr laufen, entweder durch eine geistige Behinderung oder beispielsweise durch Probleme in verschiedenen Lebensbereichen, zwischen Stuhl und Bank zu geraten, wenn sie nicht eine zusätzliche Hilfestellung erhalten. „Wir möchten diesen Jugendlichen ein Sprungbrett bieten, damit sie nicht nur erfolgreich, sondern auch nachhaltig in den Arbeitsprozess einsteigen können”, berichtet Bob Wijlens, Personalreferent bei Axent Groen und außerdem als Ausbilder am Praktikum beteiligt.

Grundlegende Arbeitnehmerkompetenzen
Bob betont insbesondere das Wort „nachhaltig”. Auch wenn sie bereits wieder arbeiten, kommt es immer wieder vor, dass jugendliche Mitarbeiter abspringen. Dies ist normalerweise auf Ursachen außerhalb der Arbeit selbst zurückzuführen. „Der Übergang vom Lehrling zum Angestellten ist groß, gerade für diese Jugendlichen”, erklärt Bob. „Manche Dinge erweisen sich am Arbeitsplatz als wesentlich wichtiger als im Klassenzimmer. Beispielsweise pünktlich zu sein und Verabredungen einzuhalten, zwei grundlegende Verantwortlichkeiten, die mit einer Arbeitsstelle verbunden sind. Wenn man das nie gelernt hat, ist das ein großer Schritt. Neu ist auch der Bezug eines Gehaltes. Wie geht man mit seinem verdienten Geld um? Auch, wie man mit Kollegen zusammenarbeitet und mit seinem Vorgesetzten umgeht, sind wesentliche Arbeitnehmerkompetenzen.”

Drei Teilbereiche, fünf Module
Das Praktikum von Axent Groen widmet diesen Kompetenzen, an denen es schwer erreichbaren Jugendlichen häufig noch mangelt, große Aufmerksamkeit. Der Entwicklungsprozess (Dauer: 1 Jahr) besteht aus drei Teilbereichen: Fachkenntnisse, Arbeitnehmerkompetenzen und Sozialkompetenzen. Der erste Teil umfasst den Erwerb von Pflanzenkenntnissen, aber auch beispielsweise einen Kurs zum Thema SGU (Sicherheit, Gesundheit und Umwelt). Im Teilbereich Arbeitnehmerkompetenzen lernen die Jugendlichen, wie sie auf angenehme Weise mit Kollegen zusammenarbeiten und beispielsweise mit Veränderungen umgehen können. Zu den Sozialkompetenzen zählt etwa ein vernünftiger Umgang mit dem Gehalt, eine gesunde Ernährung und wie man sich selbst in seiner Umgebung darstellt.

Die Teilnehmer durchlaufen diese drei Teilbereiche in fünf Modulen, die auch namentlich die Entwicklung der Jugendlichen widerspiegeln: In Modul eins steht der Teilnehmer noch am Anfang: „Willkommen bei Axent Groen”. In Modul fünf mit dem Titel „Ich als Fachmann” ist der Teilnehmer bereit, vollständig in den Arbeitsprozess einzusteigen. Jedes Modul besteht aus einer zweitägigen Schulung. Danach geht es hauptsächlich um „Learning on the Job” („Lernen am Arbeitsplatz”): Unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Vorarbeiters setzt der Teilnehmer das Gelernte in die Praxis um.

30 Teilnehmer
Dass die Jugendlichen durch dieses Konzept ein gutes Onboarding bekommen, ist für Bob sonnenklar. „Der Start ist niedrigschwellig, wobei wir den Teilnehmer zunächst an die Hand nehmen und ihn dann mehr und mehr loslassen. Das Praktikum wurde 2018 von Vebego-Kollegen Brian Timmerman ins Leben gerufen. Brian war damals Management-Trainee und absolvierte das Vebego Explorer-Praktikum bei Axent Groen. Für die Einrichtung des Praktikums suchte er die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Provinz Overijssel, einer Reihe von Kommunen, der niederländischen Trägeranstalt für Arbeitnehmerversicherungen UWV sowie einiger (berufspraktischer) Schulen in der Region. Dank deren Hilfe verfügen wir über die finanziellen Mittel, Kenntnisse und Kontakte, um bei jedem Praktikum zehn Teilnehmer auf eine gute Stelle in der Grünpflege vorzubereiten. Wir arbeiten mit Gruppen von jeweils zehn Jugendlichen, sodass wir uns optimal auf die jeweils notwendige Betreuung konzentrieren können. Diese Jugendlichen können sich qua Niveau erheblich unterscheiden. Das Schöne daran ist, dass sie auch viel voneinander lernen und einander als Vorbild sehen. Die Betreuung erfolgt durch unsere Vorarbeiter in der Grünpflege, aber auch durch Job Coaches. Axent Groen beschäftigt selbst spezialisierte und zertifizierte Job Coaches.”

Diese gebündelte Kraft hat inzwischen zum Erfolg geführt: Die erste Gruppe von zehn Jugendlichen startete im Dezember 2018, gefolgt von zwei weiteren Gruppen von jeweils zehn Jugendlichen im Frühjahr 2019. Von den insgesamt 30 Teilnehmern haben derzeit 27 eine Anstellung bei Axent Groen. Bob: „Wir haben ihnen die Chance geboten, die sie verdienen. Mit persönlichen Entwicklungsplänen können sie sich jetzt innerhalb unseres Unternehmens weiterentwickeln. Das ist auch für unsere Vorarbeiter ein Mehrwert: Indem sie diese Jugendlichen betreuen, verleihen sie ihrer Arbeit zusätzliche Relevanz. Die Jugendlichen sind ihrerseits nicht nur stolz, dass sie eine gute Stelle haben, sondern auch einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Hier gibt es nur Gewinner. Der nächste Schritt besteht daher darin, unser erfolgreiches Konzept bei ähnlichen Unternehmen wie Axent Groen einzuführen, die schwer erreichbaren Jugendlichen ein Sprungbrett bieten möchten, um wirklich in den Arbeitsprozess einsteigen zu können.”

Unsere SDGs

SDG 3: Good health and wellbeing SDG 4: Quality education SDG 8: Decent work and economic growth SDG 10: Reduce inequality

Mariël Peters

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