Initiativ

Sicherheit und Sicherheitsbewusstsein auf hohem Niveau

Etwa 80 Prozent der Arbeiten des Fassaden- und Glasspezialisten Fortron werden in der Höhe ausgeführt. In gelegentlich Dutzenden Metern Höhe ist sicheres Arbeiten ein Muss. Es ist aber auch ratsam, Risiken auf festem Boden zu vermeiden. Nicht ohne Grund investiert Fortron viel Zeit und Mühe in die Erhöhung der Sicherheit und - ebenso wichtig - des Sicherheitsbewusstseins seiner Mitarbeiter. Das nächste Ziel ist eine SCL-Zertifizierung (Safety Culture Ladder, zu Deutsch Sicherheitskultur-Leiter). Diese „Sicherheitskultur-Leiter“ wird voraussichtlich die bekanntere VCA-Zertifizierung als Nachweis dafür ersetzen, dass ein Unternehmen sicher und bewusst handelt.

Fortron

Die Safety Culture Ladder erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Einst vom Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen ProRail konzipiert, hat sich die „Sicherheitskultur-Leiter“ inzwischen zu einem geschätzten Instrument zur Messung von Sicherheit und Sicherheitsbewusstsein entwickelt. Jeder, der denkt, dass er auf der Leiter gut abschneidet, die von Stufe 1 (pathologisch, d. h. eine „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“-Mentalität) bis Stufe 5 (fortschrittlich) reicht, kann sich über NEN zertifizieren lassen.

„Stufe-3“-Zertifizierung
Die Chancen stehen gut, dass sich der Glas- und Fassadenspezialist Fortron im Juli 2021 ein eingerahmtes SCL-Zertifikat an die Wand hängen kann. Das Unternehmen überspringt die ersten beiden Stufen der Leiter: Fortron strebt nun direkt eine Zertifizierung der Stufe 3 an. Organisationen auf dieser Stufe befassen sich bereits ganz bewusst mit Sicherheit. Insbesondere das Management hat dieses Thema in diesen Organisationen der „Stufe 3“ gezielt in Angriff genommen. Die Unternehmen haben eine klare Vorstellung von den Sicherheitsregeln, die sie für wichtig halten, und übernehmen ihre Verantwortung...

Keine Checkliste
Der Ehrgeiz bei Fortron ist hoch. Denn es ist ein bisschen so, als ob man direkt die Prüfung für das Deutsche Schwimmabzeichen Gold ablegt. Darüber hinaus handelt es sich um eine Fortron-übergreifende Zertifizierung, also nicht nur für eine Abteilung oder eine Region, wie es häufig in großen, national operierenden Organisationen der Fall ist. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren daran, wissen Sie!“, erklärt Betriebsleiter Emiel van den Hoogen. „Die Idee, eine SCL-Zertifizierung zu erwerben, kam nicht aus heiterem Himmel. Bisher haben wir uns hauptsächlich auf VCA-Zertifizierungen gerichtet. Allerdings merken wir, dass VCA zunehmend zu einer Selbstverständlichkeit im Markt wird. Es ist eigentlich doch eher eine Checkliste. Um den Standard zu erfüllen, wird eine Reihe von Fragen gestellt. Und wenn man diese mit „Ja“ beantwortet, erfüllt man die Standards für die Zertifizierung. Bei der Safety Culture Ladder geht es viel stärker darum, wie unsere Mitarbeiter selbst über sicheres Arbeiten denken. Hier zählt insbesondere deren Einstellung. Es dreht sich nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Sicherheitsbewusstsein. Das vermittelt ein viel klareres Bild davon, inwiefern ein Unternehmen seine Hausaufgaben auf dem Gebiet der Sicherheit gemacht hat. Da 80 % unserer Arbeit in der Höhe durchgeführt wird - mit allen damit verbundenen Risiken -, ist es uns äußerst wichtig, dass unsere Mitarbeiter selbst wissen, was sie tun und wie die Vielzahl an Situationen zu bewältigen ist, mit denen sie täglich bei ihrer Arbeit konfrontiert werden. Deshalb wollen wir diesen Schritt gehen. Ich bin auch davon überzeugt, dass in Ausschreibungen bald zunehmend SCL anstelle von VCA verlangt werden wird. Ein zweiter Grund, sich dafür zertifizieren zu lassen und im Markt ganz vorne mitmischen zu wollen.“

0-Messung
Die Initiative zur Erlangung der SCL-Zertifizierung ging von der Sicherheitsarbeitsgruppe von Fortron aus. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe wechseln jedes Jahr, so dass immer neue, frische Initiativen entstehen. Das Management war sofort begeistert. Wir erhielten grünes Licht; die erste Hürde konnte genommen werden. „Im 4. Quartal  2020 haben wir von einem darauf spezialisierten externen Beratungsunternehmen eine 0-Messung durchführen lassen. Zwei Berater besuchten zwei Tage lang alle möglichen Standorte, an denen unsere Mitarbeiter tätig waren, und führten dort Befragungen durch. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen übertrifft alle Erwartungen. Ich hatte damit gerechnet, dass wir auf der zweiten Stufe der SCL stehen. Aber wir stehen auf Stufe 3. Und deshalb streben wir eine Zertifizierung nach Stufe 3 an. Anfang Juli werden mehrere unabhängige Auditoren 12 Tage lang verschiedene Arbeitsstätten von Fortron besuchen. Sie nehmen alle Disziplinen von Friesland bis Maastricht unter die Lupe. Also beispielsweise auch die Arbeit unserer Maschinenführer, die mit einer Hubarbeitsbühne arbeiten. Es ist wirklich ein umfassender Scan. Aber wir sehen dem Audit mit Zuversicht entgegen. Darauf haben wir schon seit Jahren hingearbeitet, bewusst und unbewusst. Wir wissen wofür wir stehen!“

Eine Stufe weiter
Danach will Fortron Schritte unternehmen, um Stufe 4 (proaktiv) der Safety Culture Ladder zu erreichen. Emiel: „In einigen Teilbereichen und in einigen Regionen haben wir dieses Niveau bereits erreicht. Andere sind noch nicht soweit. Aber daran können wir in nächster Zeit arbeiten.“ Und danach? Stufe 5? „Nein, das erscheint mir im Moment noch zu unrealistisch. Dazu müsste man als Organisation Einfluss auf die gesamte Kette haben, in der man sich bewegt. Wir haben nur sehr wenig Einfluss auf die Kunden, für die wir arbeiten. Wir arbeiten dort vor Ort, eine ganz andere Situation als auf einer Baustelle. Dann kann man im Prozess bis zur Bauübergabe an den Kunden die Fäden fest in der Hand halten. Wir haben jedoch durchaus einen gewissen Einfluss auf unsere Lieferanten. Die beziehen wir daher auch in die Schritte ein, die wir gehen wollen. Alpheios etwa, wo wir unsere Reinigungsprodukte kaufen. Aber auch die Lieferanten von beispielsweise Hubarbeitsbühnen und Hochdruckgeräten. Das sind Partner, auf die wir uns zu 100 % verlassen können müssen. Und mit denen wir daher gern gemeinsam die Sicherheitsleiter erklimmen möchten."

Unsere SDGs

SDG 3: Good health and wellbeing SDG 4: Quality education SDG 8: Decent work and economic growth

Emiel van den Hoogen

Mail Emiel